Catherina Pieroth mit einer Ärztin und einer Sozialarbeiterin vor Ort

Zu Besuch beim GeKo

Am Dienstag, den 15. September 2020, besuchte Catherina Pieroth das Gesundheitskollektiv Berlin e.V. (GeKo) auf dem ehemaligen Gelände der Kindl-Brauerei im Berliner Rollbergkiez.

Das Gesundheitskollektiv ist ein Modellprojekt mit besonderem Charakter. Dort arbeitet ein multiprofessionelles Team (u.a. Sozialarbeiter*innen, Krankenpfleger*innen, Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen und Wissenschaftler*innen) mit dem Ziel, die Gesundheit nicht nur medizinisch, sondern vor allem auch gesellschaftlich und sozialpolitisch zu denken. Denn Faktoren wie Armut, Ausgrenzung oder schlechte Arbeitsverhältnisse können unsere Lebensumstände und unsere Gesundheit beeinflussen. Daraus ergibt sich der interdisziplinäre Ansatz des Kollektivs, der vier verschiedene Bereiche miteinander verknüpft:

  • Primärmedizinische & Psychotherapeutische Versorgung
  • Community Organizing & Gemeinwesenarbeit zu verschiedenen Projekten im Kiez
  • Selbsthilfe und mobile Gesundheitsberatung zu verschiedenen Themen
  • Forschung und Evaluation im Rahmen von Sozialraum- und Bedarfsanalysen

Das Gesundheitskollektiv bietet mit seinen vier Säulen also weitaus mehr an, als die rein medizinische Versorgung von Patient*innen. Aufsuchende Angebote ermöglichen es Barrieren zur Gesundheitsversorgung abzubauen und Betroffenen einen niedrigschwelligen Zugang zum Hilfesystem zu gewähren.

„Die Mitarbeiter*innen des Kollektivs sind Visionär*innen! Sie denken die medizinische Versorgung neu, blenden die komplexen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen nicht aus, sie gehen sie an!“, so Pieroth.

Erstmalig werden die Bereiche der integrierten, regionalen Versorgung und der sozialen Arbeit auf diese Weise in Berlin miteinander kombiniert. Die Grüne Fraktion Berlin hat solch ein interdisziplinäres Stadtteil-Gesundheitszentrum bereits 2016 im Koalitionsvertrag verankert und sich seitdem tatkräftig für die Planung und Umsetzung eingesetzt.

Noch sind die Räumlichkeiten für das GeKo nicht fertiggestellt. Die Finanzierung des Innenausbaus mit einem Café stehen noch aus. Fest steht, das GeKo soll keine Ausnahme bleiben. Gerade Berlin als komplexe Stadt kann von der Multiplikation integrierter Stadtteil-Gesundheitszentren enorm profitieren!


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