Gutes Essen im gesunden Krankenhaus

Unter dem Motto „gesundes Krankenhaus“ haben wir am 13. Mai 2019 zum Fachgespräch mit den zentralen Akteur*innen geladen und gemeinsam den Ist-Zustand der Essensversorgung in Krankenhäusern im Land Berlin unter die Lupe genommen. Folgende Fragen standen dabei im Fokus:

  • Wie können wir den Anteil an frischen, ökologischen, regional und saisonal erzeugten Zutaten erhöhen und sowohl einen Beitrag für gesünderes und besseres Essen leisten als auch die Umwelt schonen?
  • Welche Qualitätsstandards brauchen wir für ein gutes und gesundes Essen im Krankenhaus?
  • Wie können die Patient*innen Informationen und Beratung zur Ernährung im Krankenhaus erhalten?
  • Brauchen wir neue Küchenkonzepte in den Krankenhäusern?

Im Ergenis des Gesprächs wurde klar: Es wird Zeit, dass die Trendwende in der Ernährung auch in den Berliner Krankenhäusern umgesetzt wird. Die Berliner Ernährungsstrategie sieht für Gemeinschaftsverpflegungen mehr frische, mehr ökologisch produzierte, mehr regionale und saisonale Produkte vor. Nichts anderes kann für die Patient*innen in den Berliner Krankenhäusern gelten.
Das jetzige System ist geprägt durch Großküchen und einem sogenannten cook and chill- verfahren. Das Essen wird für 5.000 Patient*innen zentral gekocht, abgekühlt, transportiert, vor Ort wieder aufgewärmt und dann serviert. Kein Wunder, dass so die Erwartungen der Patient*innen nicht erfüllt werden. Das Essen sieht fad aus, die Konsistenz kann von dem Gewohnten abweichen und viele Vitamine gehen durch solch ein Verfahren verloren.
Dass es anders geht, zeigt ein Modellprojekt im Bettenhaus der Charité. Hier wird Vor-Ort gekocht und auf Porzellan serviert. Darüber hinaus können die Patient*innen selbst bestimmen, was und in welchen Mengen sie essen wollen, wodurch Lebensmittelabfälle gemindert werden und so auch die Umwelt und Ressourcen geschont werden. Das geht nicht? Doch. Dank des Einsatzes von Verpflegungsassistent*innen, die kompetent beraten und informieren und zugleich zur Stärkung der Ernährungskompetenz beitragen. Schließlich wird das Pflegepersonal von diesen Aufgaben entlastet.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch mal herzlich bei unseren Mitdiskutant*innen, Margit Gottstein,
Staatssekretärin für Verbraucherschutz und Antidiskriminierung; Astrid Lurati, Direktorin der Charité; Susann Güsmar, Pflegeleiterin Havelhöhe und Markus Ziethen, Koch Havelhöhe, bedanken!

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