Gute Geburtshilfe darf kein Luxus sein

Um es kurz zu machen: Die Situation für Schwangere, die in Berlin ein Kind bekommen möchten, ist nicht länger tragbar. Frauen haben Anspruch auf die freie Wahl des Geburtsortes und auf Hebammenhilfe vor, während und nach der Geburt. Hier muss Berlin dringend besser werden. Im Gesundheitsausschuss gab es heute zum Thema „Zukunftssichere Versorgung rund um die Geburt“ eine Anhörung.

 

Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat ihre Forderungen schon vorab in einem Papier beschlossen. Dabei gibt es einige Baustellen. So gibt es in Berlin keine belastbaren Zahlen darüber, wie viele Hebammen wirklich Leistungen anbieten und wie viele Frauen und Familien solche Leistungen brauchen. Hier muss endlich Klarheit herrschen, nur dann können seriöse Planungen erfolgen. Dabei gibt es bereits gute Ansätze. Eine Hebammen-Vermittlungsplattform kann ein guter Weg sein, werdende Mütter und Hebammen zusammenzubringen. Die Senatsverwaltung hat schon einmal einen Runden Tisch Geburtshilfe eingeladen. Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Runde Tisch regelmäßig tagt und konkrete Vorschläge erarbeitet.

 

Und vor allem muss sich die Situation der Hebammen und Entbindungspfleger verbessern. Hebammen sollen durch gute Angebote zurück in die Geburtshilfe geholt werden – dazu gehört z.B. die Unterstützung hebammengeleiteter Kreißsäle. Aber auch eine bessere Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen (wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder eine andere Regelung der Berufshaftpflichtversicherung) sind wichtig. Dazu gehört auch die Akademisierung der Hebammenausbildung, die den Beruf auch attraktiver machen kann. Und letztendlich brauchen wir, wenn die Geburtenraten hoch bleiben und auch einfach mehr Kreißsäle und Geburtshäuser.


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